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Pressemitteilung

Berlin, 8. Mai 2018

Studie der ESMT Berlin zeigt: Stiftungen verpassen jährlich 2 Milliarden Euro

In der heute vorgestellten Studie „Endowment Impact – Gesellschaftlicher Mehrwert von Stiftungen aus Vermögen“ zeigen Wissenschaftler der ESMT Berlin, dass Stiftungen durch eine diversifiziertere Anlagepolitik zwei Prozent mehr Rendite erreichen könnten. Bei einem geschätzten Stiftungsvermögen von 100 Milliarden Euro stünden den Stiftungen damit jährlich zwei Milliarden Euro mehr zur Verfügung.

Für die Studie haben die Forscher unterschiedliche Referenzportfolios für kleine, mittlere und große Stiftungen gebildet und in Hinblick auf ihr Renditepotenzial verglichen. In einem weiteren Schritt stellt die Arbeit die Zielrenditen US-amerikanischer Universitätsstiftungen den Renditen deutscher Stiftungen gegenüber. Beide Vergleiche zeigen, dass Stiftungen in Deutschland mit langfristigeren, diversifizierteren und risikoreicheren Portfolios zwei Prozent mehr Rendite erlangen können.

„Stiftungen sollten die Möglichkeit haben, ihre Anlagepolitik rentabler zu gestalten. Dazu gehört, das Stiftungsvermögen in schwachen Kapitalmarktphasen kurzfristig absenken zu können oder in starken Zyklen Reserven zu bilden, die bei Marktschwäche wieder aufgezehrt würden“, sagte Dr. Joachim Faber, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutsche Börse AG, anlässlich der Studienpräsentation in Berlin. „Eine langfristige Anlagestrategie über beispielsweise fünfzehn Jahre darf niemand an den Entwicklungen der ersten zwölf Monate messen.“

„Um das finanzielle Potenzial der Stiftungen zu erschließen, sollten wir einerseits das Finanzwissen in den Stiftungen stärken, andererseits sollte die Politik schnell die Stiftungsrechtsreform verabschieden“, erklärte Felix Oldenburg, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. „Wichtig ist dabei unter anderem, dass Stiftungen ihre Satzung an die jetzigen finanziellen Begebenheiten anpassen dürfen. Ziel sollte außerdem sein, dass Stiftungen nicht nur Vermögen halten, sondern zukünftig auch mehr Vermögen neuer Stiftender anziehen.“

„Die deutschen Ausgaben für Bildung liegen auch durch fehlende private Investitionen unter denen des OECD-Durchschnitts“, kommentierte Prof. Jörg Rocholl, Präsident der ESMT. „Stiftungen könnten bei gestiegener finanzieller Wirkkraft dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Universitäten und anderer Bildungsinstitutionen zu stärken.“

Das ESMT White Paper „Endowment Impact – Gesellschaftlicher Mehrwert von Stiftungen aus Vermögen“ von Christoph Burger (Senior Lecturer, ESMT Berlin), Sascha Czerwenka (Research Associate, ESMT Berlin), Florian Mair (Research Associate, ESMT Berlin) und Jörg Rocholl (Präsident, ESMT Berlin) finden Sie hier: https://www.esmt.org/pub/endowment-impact-gesellschaftlicher-mehrwert-von-stiftungen-aus-vermogen

Pressekontakt
Ulrike Schwarzberg, +49 (0)30 21231-1066, ulrike.schwarzberg@esmt.org
Martha Ihlbrock, +49 (0)30 21231-1043, martha.ihlbrock@esmt.org

Über die ESMT Berlin

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