Sie finden mehr Informationen auf der Hauptseite auf Englisch zu der ESMT Berlin Hauptseite

Pressemitteilung

Berlin, 8. November 2016

ESMT Berlin Studien: US-Wahlkampf zunehmend durch Finanzierung potenter Wirtschaftskonzerne beeinflusst

  • Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in 2010 liberalisiert Spendengelder
  • Öffentliche Pensionsfonds trotzen dem Trend

Prof. Jörg Rocholl, Präsident der ESMT Berlin, legt zusammen mit Rui Albuquerque, Boston College; Zicheng Lei, University of Surrey und Chendi Zhang, University of Warwick eine neue Studie vor, wonach der US-amerikanische Wahlkampf zunehmend durch Wahlkampfspenden zahlungskräftiger Unternehmen finanziert wird. Seine aktuelle Studie „Institutional Investors and Corporate Political Activism“ untersucht über 1.700 Unternehmen und deren Spendenverhalten gegenüber Demokraten und Republikanern.

Jörg Rocholls Forschungsergebnisse zeigen, dass die Unternehmen eine positive Aktienrendite nach dem Urteilsspruch Citizens United im Jahr 2010 verzeichnen, wenn sie wenige institutionelle Investoren und insbesondere keine öffentlichen Pensionsfonds, wie z.B. Fonds der Bundesstaaten, als Anleger aufweisen.

Seit der Citizens United-Entscheidung des Obersten Gerichtshofs im Jahr 2010 verschieben sich die Grenzen für Wahlkampffinanzierungen. Super-PACs (Political Action Committees) dürfen unbegrenzt viele Spenden von Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen annehmen, solange sie eine Distanz zu den Kandidaten wahren. Diese Liberalisierung von Wahlkampfspenden hat zur Folge, dass potente Wirtschaftskonzerne beträchtliche Mittel für Wahlwerbung bereitstellen.

Jörg Rocholls Forschung verdeutlicht zudem, dass Politik und Wirtschaft in den USA eng miteinander verwoben sind, was sich wiederum in den Aktienkursen widerspiegelt. „Die Studie wirft die Frage auf, in welchem Umfang sich der gewählte Präsident nach der Wahl seinen Geldgebern verpflichtet fühlt und deren Interessen bedient“, kommentiert der Wirtschaftswissenschaftler.

Der Präsident der ESMT forschte bereits in der Vergangenheit zur Verbindung zwischen Politik und Wirtschaft in den USA. Seine Studie „Do Politically Connected Boards Affect Firm Value?“ (2009) geht der Fragestellung nach, ob sich politische Verbindungen zu Republikanern bzw. Demokraten der Unternehmensvorstände von S&P500-Unternehmen auf deren Unternehmenswert auswirken. Die Forschung zeigt, dass Unternehmen, die politische Verbindungen zu Republikanern pflegten, einen Kursgewinn und damit einen höheren Unternehmenswert verzeichneten.

Jörg Rocholls weitere Studie „Politically Connected Boards of Directors and The Allocation of Procurement Contracts“ (2013) untersucht den Umfang der in den USA vergebenen öffentlichen Aufträge und verdeutlicht, dass diese wesentlich von den politischen Verbindungen eines Unternehmens abhängig sind. „Nach dem Wahlgewinn der Republikaner zeigte sich, dass die Republikaner profitieren, während die Demokraten weniger Verträge abschließen“, fasst der Forscher zusammen.

Links zu den Studien:

Über die ESMT Berlin

Die ESMT Berlin ist eine internationale Business School, die von 25 führenden globalen Unternehmen und Verbänden gegründet wurde. Sie bietet englischsprachige Vollzeit- und berufsbegleitende Executive MBA-Studiengänge, einen Executive MBA/MPA-Studiengang, einen Master in Management-Studiengang sowie Managementweiterbildung auf Englisch und Deutsch an. Die ESMT konzentriert sich auf drei Schwerpunkte: Leadership und gesellschaftliche Verantwortung, europäische Wettbewerbsfähigkeit und Technologiemanagement. Die Faculty der ESMT veröffentlicht in führenden wissenschaftlichen Zeitschriften. Zusätzlich stellt die Business School eine interdisziplinäre Plattform für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft dar. Der Hauptsitz der Wirtschaftshochschule befindet sich in Berlin, ein zweiter Standort ist Schloss Gracht bei Köln. Die ESMT ist eine staatlich anerkannte, private wissenschaftliche Hochschule mit Promotionsrecht, deren Angebot von AACSB, AMBA, EQUIS und FIBAA akkreditiert worden ist.  www.esmt.org