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Pressemitteilung

Berlin, 15. November 2016

Blockchain: Energiewirtschaft bereitet sich auf neues digitales Verfahren für Transaktionen vor

  • Studie von dena und ESMT Berlin zeigt: Vorreiter suchen bereits nach Geschäftsmodellen
  • Potenziale unter anderem für Handelsplattformen, Abrechnung, Zählwesen, Mobilität und Netzmanagement   

Die deutsche Energiewirtschaft beginnt, sich auf ein neues digitales Verfahren für Transaktionen vorzubereiten, das die Branche nachhaltig verändern könnte. In einer Umfrage unter 70 Führungskräften gab die Hälfte der Befragten an, bereits mit der sogenannten Blockchain-Technologie zu experimentieren oder dies zu planen. Das zeigt eine gemeinsamen Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) und die ESMT Berlin. Blockchain ist ein dezentraler Ansatz, um Daten sicher und direkt auszutauschen, zu verschlüsseln und zu speichern. Dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten für den Energiemarkt, zum Beispiel für einen direkteren Austausch zwischen dezentralen Energieerzeugern und -verbrauchern.

„In der zweiten Phase der Energiewende kommt es darauf an, die vielfältigen Komponenten und Akteure im Energiesystem intelligent miteinander zu verbinden“, sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Die Blockchain-Technologie bietet dafür einen vielversprechenden Ansatz. Es ist ein gutes Zeichen, dass einige Vorreiter in der Energiewirtschaft sich konstruktiv mit diesem Trend auseinandersetzen. Ob es zu erfolgreichen Geschäftsmodellen führen wird, kann heute noch nicht gesagt werden. Energiewende braucht aber innovative Akteure, die mutig die Zukunft gestalten möchten.“

Christoph Burger, Senior Lecturer an der ESMT Berlin, verweist auf den politischen Handlungsbedarf: „Die Politik muss dem Regulierungsrahmen für eine digitale, dezentrale Energiewelt mehr Aufmerksamkeit widmen, damit Deutschland und die Europäische Union im globalen Vergleich nicht ins Hintertreffen geraten. Es wäre sinnvoll, Konferenzen im internationalen Austausch oder auch erste Pilotprojekte durchzuführen, um die Entwicklung zu beschleunigen. dena und ESMT arbeiten daran.“

Marktpotenzial und Anwendungsfelder

Fast zwei Drittel der im Rahmen der Studie befragten Entscheider halten eine weitere Verbreitung von Blockchain für wahrscheinlich. 21 Prozent bewerten die Technologie gar als Schlüssel für einen grundsätzlichen Wandel des Marktes, als Gamechanger; weitere 14 Prozent sehen sie zumindest als Nischenlösung. Die möglichen Anwendungsfelder sind in den Augen der Befragten sehr vielseitig: zum einen geht es dabei um die Optimierung von Prozessen, zum Beispiel Abrechnung, Zählwesen, Mobilität oder Netzmanagement; zum anderen um  Handelsplattformen, zum Beispiel im Bereich der dezentralen Energieerzeugung.

Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass das Potenzial von Blockchain-Anwendungen vom speziellen Anwendungsfall abhängt. Vor allem in Märkten, in denen bereits effiziente digitale Lösungen für den geschäftsrelevanten Datenaustausch bestehen, ist die Konkurrenz groß und das Kostsenkungspotenzial begrenzt. In neuen und entstehenden Märkten hat Blockchain hingegen das Potenzial zur dominierenden Technologie zu werden. Sie kann die Effizienz von Transaktionen erhöhen, direkten Austausch ermöglichen und gleichzeitig die Kosten senken, zum Beispiel bei Lade- und Abrechnungstransaktionen für Elektrofahrzeuge.

Die Blockchain-Technologie

Blockchain ist eine neuartige Technologie für den sicheren Austausch und die Speicherung von Daten. Transaktionen können auf Basis der Technologie verifiziert, validiert und zu Blöcken zusammengefasst werden. Blockchain-Datenbanken gelten als manipulationssicher, da die einzelnen Informationsblöcke aufwändig verschlüsselt und  dezentral gespeichert werden. Die wohl bekannteste Nutzung ist die digitale Währung Bitcoin.

Die Blockchain-Studie

Die Studie „Blockchain in der Energiewende“ basiert auf einer Umfrage unter 70 Führungskräften der Energiewirtschaft und der energierelevanten Industrie in Deutschland. Vertreten waren unter anderem Energieversorger, Netzbetreiber und Energiedienstleister. Die Studie wurde von der dena und der ESMT gemeinsam erstellt und ist online zu finden unter www.dena.de/blockchain-studie und https://press.esmt.org/sites/default/files/dena_esmt_studie_blockchain_deutsch.pdf.

Über die ESMT Berlin

Die ESMT Berlin ist eine internationale Business School, die von 25 führenden globalen Unternehmen und Verbänden gegründet wurde. Sie bietet englischsprachige Vollzeit- und berufsbegleitende Executive MBA-Studiengänge, einen Executive MBA/MPA-Studiengang, einen Master in Management-Studiengang sowie Managementweiterbildung auf Englisch und Deutsch an. Die ESMT konzentriert sich auf drei Schwerpunkte: Leadership und gesellschaftliche Verantwortung, europäische Wettbewerbsfähigkeit und Technologiemanagement. Die Faculty der ESMT veröffentlicht in führenden wissenschaftlichen Zeitschriften. Zusätzlich stellt die Business School eine interdisziplinäre Plattform für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft dar. Der Hauptsitz der Wirtschaftshochschule befindet sich in Berlin, ein zweiter Standort ist Schloss Gracht bei Köln. Die ESMT ist eine staatlich anerkannte, private wissenschaftliche Hochschule mit Promotionsrecht, deren Angebot von AACSB, AMBA, EQUIS und FIBAA akkreditiert worden ist.  www.esmt.org

Über die Deutsche Energie-Agentur

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) wurde im Herbst 2000 gegründet und ist das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und intelligente Energiesysteme. Als „Agentur für angewandte Energiewende“ trägt die dena zum Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung bei. Dafür realisiert sie u.a. Modellprojekte, berät Politiker, Hersteller und Dienstleister, informiert Verbraucher und fördert den internationalen Austausch. Die Gesellschafter der dena sind die Bundesrepublik Deutschland, die KfW Bankengruppe, die Allianz SE, die Deutsche Bank AG und die DZ BANK AG. www.dena.de